Berufsunfähigkeitsversicherung

Kurz gesagt

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können. Gesetzlichen Berufsschutz haben nur noch vor dem 2. Januar 1961 Geborene. Alle Jüngeren erhalten höchstens eine Erwerbsminderungsrente, die an strengere Voraussetzungen geknüpft ist.

Redaktion Agentur RaimondiStand: November 2026

Für wen ist das wichtig?

Für alle, die von ihrem Arbeitseinkommen leben, vor allem Berufseinsteiger, Selbstständige und Hauptverdiener in Familien. Die Verbraucherzentralen raten, sich früh darum zu kümmern, solange die Gesundheit noch keine Hürde ist.

Was zahlt der Staat, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?

Für nach dem 1. Januar 1961 Geborene gibt es nur die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, und die fragt nicht nach dem bisherigen Beruf. Entscheidend ist, wie viele Stunden Sie noch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben können:

  • Weniger als drei Stunden täglich: Rente wegen voller Erwerbsminderung
  • Drei bis unter sechs Stunden täglich: Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, sie ist nur halb so hoch
  • Sechs Stunden täglich oder mehr: keine Erwerbsminderungsrente, die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt dabei unberücksichtigt

Wann gilt man vertraglich als berufsunfähig?

Berufsunfähig ist nach dem Versicherungsvertragsgesetz, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Viele Tarife setzen einen Grad der Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent an, maßgeblich sind die Bedingungen.

Das Gesetz erlaubt außerdem, die Leistung davon abhängig zu machen, dass Sie auch keine andere, Ihrer Lebensstellung entsprechende Tätigkeit ausüben oder ausüben können. Prüfen Sie daher genau, ob und wie Ihr Vertrag eine solche Verweisung vorsieht.

Wie hoch und wie lange sollte die Absicherung sein?

Orientieren Sie sich an Ihrem Nettoeinkommen und vereinbaren Sie die Laufzeit im Regelfall bis zum Beginn der Altersrente, so rät es die Verbraucherzentrale Hamburg. Sinnvoll können eine vereinbarte Steigerung gegen die Inflation und eine Nachversicherungsgarantie sein, die spätere Erhöhungen ohne neue Gesundheitsprüfung erlaubt. Von einer Kopplung an eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung rät die Verbraucherzentrale ab, denn bei Zahlungsproblemen kann auch der BU-Schutz verloren gehen. Was den Beitrag bestimmt, erklären wir im Beitrag Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?.

Was ist versichert, was nicht?

Typischerweise versichert

  • Monatliche Rente in vereinbarter Höhe bei Berufsunfähigkeit
  • Berufsunfähigkeit durch Krankheit, Unfall oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall
  • Beitragsbefreiung im Leistungsfall, wenn der Tarif das vorsieht

Typischerweise nicht versichert

  • Vorübergehende Arbeitsunfähigkeit ohne Prognose auf Dauer
  • Beschwerden oder Bereiche, die im Vertrag wegen Vorerkrankungen ausgeschlossen wurden
  • Beitragsrückzahlung bei Vertragsende, die BU ist ein reiner Risikovertrag

Der genaue Umfang hängt vom Tarif ab. Verbindlich sind die Vertragsbedingungen.

Worauf sollten Sie achten?

  • Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß. Die Vertragsannahme kann von ihnen abhängen, Vorerkrankungen können zu Ausschlüssen, Zuschlägen oder einer Ablehnung führen.
  • Klären Sie Unsicherheiten über Ihre Krankengeschichte vor dem Antrag mit Ihren Unterlagen, statt aus der Erinnerung zu antworten.
  • Prüfen Sie alle paar Jahre, ob die vereinbarte Rente noch zu Einkommen und Lebenssituation passt.

Häufige Fragen

Ich bin 1975 geboren. Bekomme ich eine gesetzliche BU-Rente?

Nein. Die Rente wegen Berufsunfähigkeit nach altem Recht gilt nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene. Für Sie kommt nur die Erwerbsminderungsrente infrage, mit den Stundengrenzen von drei und sechs Stunden täglich und weiteren Voraussetzungen wie drei Pflichtbeitragsjahren in den letzten fünf Jahren.

Was passiert bei falschen Angaben im Antrag?

Der Versicherer kann je nach Verschulden vom Vertrag zurücktreten, kündigen oder ihn anpassen. Diese Rechte erlöschen in der Regel nach fünf Jahren, bei Vorsatz oder Arglist erst nach zehn Jahren.

Lohnt sich die BU auch für körperlich wenig belastende Berufe?

Ja, das Einkommen fällt unabhängig vom Beruf weg. Laut Verbraucherzentrale geht Berufsunfähigkeit weit überwiegend auf Krankheiten zurück, nicht auf Unfälle. Der Beruf wirkt sich vor allem auf die Beitragshöhe aus.